Wo sind die Iberischen Orcas? Karten und Jahreszeiten
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Wer wissen will, wo die Iberischen Orcas gerade sind, bekommt zuerst eine ehrliche Antwort: Es gibt keine öffentliche Karte, die sie in Echtzeit zeigt. Es gibt Risikozonenkarten, Register von Sichtungen und Interaktionen, Funkwarnungen und Seglergemeinschaften, die Informationen weitergeben. Dieser Ratgeber erklärt, wo sie sich im Jahresverlauf aufhalten, welche Hilfsmittel es gibt, was jedes davon wirklich weiß und wie man eine Karte liest, ohne sich täuschen zu lassen – mit amtlichen Quellen und ohne Dramatisierung.
Eine Anmerkung zur Wortwahl: Das spanische Umweltministerium (MITECO) spricht von Interaktionen, bringt sie mit Spiel oder Sozialverhalten in Verbindung und rät vom Wort »Angriff« ab. Mehrere Quellen, die wir zitieren – vor allem die Segelpresse und Seglerforen –, sagen dagegen »Angriff«. Wenn wir deren Zahlen nennen, übernehmen wir ihren Begriff.
Kurz gesagt
- Kerngebiet: die Straße von Gibraltar und der Golf von Cádiz. Dem Roten Thun folgend, reichen sie bis in die Gewässer von Portugal, Galicien und der Kantabrischen See.
- Jahreszyklus (GTOA/CEMMA): Im Sommer zieht ein Teil der Population dem Thunfisch nach Norden nach; im Herbst zerstreuen sich die Tiere in tiefes Wasser; im Winter kehren sie in den Raum der Meerenge zurück und bleiben bis zum Spätfrühling.
- Monate offizieller Vorsicht: Das MITECO bittet um besondere Vorsicht von April bis August im Golf von Cádiz und in der Meerenge sowie von Juli bis Oktober im westlichen Galicien. Seine Mitteilung vom April 2026 spricht für alle Gebiete von April bis Oktober.
- Live: Echtzeit gibt es nicht. Die besten Hilfsmittel hinken hinterher, können ein Ereignis doppelt zeigen und erfassen nicht alles.
- Für Reisende: Kein Anbieter kann eine Sichtung garantieren, und in einem Teil des Gebiets ist die Walbeobachtung einen Teil des Jahres verboten.
Wo sie sind – Jahreszeit für Jahreszeit
Was die Quellen nüchtern sagen:
- Das MITECO hält fest, dass diese Orcas regelmäßig in spanischen Gewässern vorkommen, von der Straße von Gibraltar und dem Golf von Cádiz bis nach Galicien und in die Kantabrische See, und dass sie räumlich und jahreszeitlich an den Bestand des Roten Thuns gebunden sind, der ihre Wanderungen bestimmt.
- Eine wissenschaftliche Studie von Esteban und Kollegen (Journal of the Marine Biological Association of the UK, 2014) auf Grundlage von 11.276 Sichtungen kommt zu dem Ergebnis, dass ihre Verbreitung der des Roten Thuns folgt: Golf von Cádiz im Frühjahr, Straße von Gibraltar im Sommer.
- Die GTOA/CEMMA beschreibt den Zyklus: im Sommer Zug von der Meerenge nach Norden, im Herbst Zerstreuung in tiefes Wasser, im Winter Rückkehr in die Meerenge. Sie weist darauf hin, dass die Bewegungen diffus sind: Die Gruppen ziehen nicht gemeinsam und richten sich nach ihrer Beute. Außerdem nennt sie gelegentliche Verwandte auf den Kanaren und betont, dass diese Population genetisch isoliert von den Orcas Norwegens und Islands ist.


Die Meerenge und der Golf von Cádiz
Das ist das Referenzgebiet. Das Magazin YACHT verortet mit Daten von orcas.pt den Schwerpunkt im Frühjahr 2026 am Kap Trafalgar: von Januar bis Ende April vier Interaktionen und fünf Sichtungen ohne Interaktion, in den ersten drei Maiwochen sieben Interaktionen und fünfzehn Sichtungen. Das MITECO wiederum schreibt, die Interaktionen zwischen dem Golf von Cádiz und der Meerenge seien im Sommer 2025 weiter deutlich zurückgegangen.


Portugal
Orcas ziehen an der portugiesischen Küste vorbei, aber sie zu sehen ist unwahrscheinlich. In einem Interview mit Time Out Lisboa sagte der Biologe Francisco Marinho 2017, sie kämen jedes Jahr vorbei, die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung sei aber »sehr gering«. Die Aussage ist alt, passt aber weiterhin zu dem, was beobachtet wird. Für die Algarve schilderte ein örtlicher Anbieter, zitiert von Essential Algarve 2020, ein Sichtungsmuster zwischen Mai und Juni und mehr im Spätsommer, vor allem im September, mit dem Zusatz, es sei »ziemlich zufällig und unvorhersehbar«. 2026 meldet YACHT jüngste Sichtungen vor Sines und Sesimbra.

Galicien und die Kantabrische See
2026 veröffentlichte das MITECO eine Karte der Zonen mit hohem Kontaktrisiko an der galicischen Küste, gestützt auf vier Jahre Aufzeichnungen der Seenotrettung, und weitete die Informationskampagne auf die Kantabrische See aus. Die Bilanz für den Sommer 2025: leichter Anstieg im Norden, während die Zahlen im Süden sanken. Für das westliche Galicien bittet es um erhöhte Vorsicht von Juli bis Oktober. Die britische Cruising Association verzeichnete im Oktober 2025 eine Rekordzahl an Interaktionen vor Galicien.

Das Muster ändert sich von Jahr zu Jahr
Eine Saison ist keine Kopie der vorigen. Die Auswertung 2025 der Cruising Association (veröffentlicht am 18. Dezember) berichtet von einem sehr starken Rückgang im Dreieck Cádiz–Tanger–Gibraltar im Mai und Juni, davon, dass der Juli dort »deutlich unter dem Durchschnitt« blieb, und dass das Gebiet zum Jahresende bei etwa 28 % seines Durchschnitts lag, während andere Gebiete ihren erreichten oder übertrafen. Ihr Fazit ist vorsichtig: »Es gibt keine Option ohne Risiko«, die Bewegungen ändern sich von Jahr zu Jahr, und man solle aktuelle Informationen verfolgen. YACHT ergänzt, dass auf der portugiesischen Karte im August 2026 zehn Interaktionen und neun Sichtungen gezählt wurden – einer der aktivsten Monate seit Juli 2022.
Hilfsmittel, um sie zu orten
🗺️ MITECO · Risikokarten und Satellitensender
Was es bietetWahrscheinlichkeitskarte für Interaktionen im Golf von Cádiz (Satellitensender und fünf Jahre Sichtungen, als KMZ/KML herunterladbar) und Karte der Hochrisikozonen Galiciens Sechs besenderte Orcas; ungefähre Wochenkarten für die Behörden
Seine GrenzeNicht live; sie zeigen Zonen, nicht wo die Orcas heute sind
Website öffnen ↗📻 Seenotrettung (Salvamento Marítimo)
Was es bietetFunkwarnungen der Zentralen Cádiz und Tarifa von April bis August
Seine GrenzeEine Funkwarnung, keine Karte
Website öffnen ↗⚓ Orca-Portal des Hydrografischen Instituts (portugiesische Marine)
Was es bietetInteraktive Karten von Sichtungen und Interaktionen, Links zu Nautischen Warnungen, Meldeformular und E-Mail-Benachrichtigung
Seine GrenzeAktualisierungsrhythmus nicht angegeben; laut YACHT führt es Daten von ANAV, orcaiberica.org und orcas.pt zusammen, kann Ereignisse doppelt zeigen und ist »kein Echtzeitbild«
Website öffnen ↗🐋 GTOA/CEMMA · orcaiberica.org
Was es bietetRegister der Interaktionen nach Jahr (2020–2026), Meldeformular, Empfehlungen und die App GT Orcas (es, en, fr, pt, gl)
Seine GrenzeEs erfasst, was gemeldet wird
Website öffnen ↗💬 orcas.pt
Was es bietetKarte der letzten Vorfälle, Karte der Brennpunkte in der Meerenge, historische Daten, Telegram-Gruppen und ein Bot mit Nähe-Warnungen
Seine GrenzeGemeinschaftsprojekt, weitgehend von einer einzelnen Person getragen; die Seite selbst weist darauf hin, dass sie nur der Information dient und der Skipper für sein Schiff verantwortlich bleibt
Website öffnen ↗📊 Cruising Association
Was es bietetMonatliche Positionstabelle auf Basis der GTOA-Karten, nützlich für die Planung
Seine GrenzeEine Analyse, keine Sofortwarnung
Website öffnen ↗Ein praktischer Hinweis: Das MITECO veröffentlicht die Koordinaten des abgegrenzten Gebiets nicht auf der Seite, sondern in der herunterladbaren KML-Datei. Wer sie im Kartenplotter haben möchte, sollte sie an der Quelle holen und keine Zahlen aus zweiter Hand abschreiben.
CIRCE (Conservación, Información y Estudio sobre Cetáceos) ist eine 1996 gegründete gemeinnützige Organisation. Ihre Website nennt ihre Mitwirkung am Schutzplan für die Orcas der spanischen Atlantikgewässer und an der Verwaltung des Naturparks Straße von Gibraltar. Ein öffentliches System zum Melden von Sichtungen bietet sie nicht (nur Kontakt und Freiwilligenarbeit); nutzen Sie dafür die Kanäle unter »Wen Sie informieren« weiter unten.
Eine Karte lesen, ohne sich täuschen zu lassen
- Sichtung, Interaktion, Ruderschaden und Notlage sind nicht dasselbe. Jeder Punkt dokumentiert etwas anderes; prüfen Sie die Kategorie, bevor Sie Schlüsse ziehen.
- Karten hinken hinterher. Zwischen Ereignis, Meldung, Prüfung und Veröffentlichung vergeht Zeit. Kein Hilfsmittel ersetzt Ihre eigene Törnplanung oder die Funkwarnungen.
- Keine Punkte heißt nicht: keine Orcas. Im Juni 2025 berichtet YACHT vor Sesimbra von der Yacht Poniente, die in 16 m Wassertiefe rund dreißig Minuten lang eine Interaktion erlebte; die Monatskarte der GTOA hatte nicht davor gewarnt, und laut Cruising Association war es erst der zweite Fall in flachem Wasser, der ihr seit 2022 gemeldet wurde. Die Lehre: Wassertiefe und Karten senken das Risiko, sie beseitigen es nicht.
- Zahlen sind zwischen den Quellen nicht vergleichbar. Laut YACHT sanken die erfassten Interaktionen von 180 im Jahr 2022 auf 128 im Jahr 2023; andere Quellen sprechen von mehreren Hundert seit 2020, aber mit anderen Kriterien und Stichtagen. Deshalb nennen wir keine Gesamtzahl.
- Vergleichen Sie mehrere Quellen. Das raten die Segelpresse und die Gemeinschaften selbst immer wieder.
Wenn Sie segeln: Was die Quellen empfehlen (und wo sie sich unterscheiden)
In Spanien gelten als amtliche Referenz die Empfehlungen des MITECO und des Verkehrsministeriums (Mai 2024, in der Mitteilung 2026 bekräftigt): die abgegrenzten Zonen in den Monaten mit dem höchsten Risiko meiden, so nah an der Küste segeln, wie es die Sicherheit erlaubt, bei einer Interaktion das Schiff nicht stoppen und Richtung flacheres Wasser fahren, Personen von der Reling fernhalten, keine Abschreckungsmittel einsetzen, die die Tiere verletzen oder stören könnten, und so schnell wie möglich melden.
Nicht alle sagen dasselbe:
- Stoppen oder weiterfahren. MITECO und orcas.pt sagen: nicht stoppen. Die von uns gelesene Empfehlungsseite der GTOA (ohne Datum) nennt noch immer Fahrt reduzieren und Motor ausmachen, und dieselbe Seite räumt ein, dass Spanien seine Empfehlungen im Juni 2023 geändert und nach dem Expertentreffen im Februar 2024 verallgemeinert hat. Nach portugiesischen Pressemeldungen von 2023 riet die ICNF dazu, bei laufendem Motor anzuhalten. Unsere Einschätzung: Alte Protokolle kursieren weiter; maßgeblich in Spanien ist die Empfehlung des MITECO, deren aktuelle Fassung Sie prüfen sollten.
- Küstennah oder weit draußen. Das MITECO bittet, so nah an der Küste zu bleiben, wie es sicher ist. orcas.pt rät, sich innerhalb der 20-Meter-Tiefenlinie zu halten, wenn möglich, oder in portugiesischen Gewässern westlich von 10° W. Das sind unterschiedliche Kriterien, von unterschiedlichen Stellen, für unterschiedliche Orte, und der Fall Sesimbra zeigt, dass keines eine Garantie ist. Die Cruising Association empfiehlt die Flachwasserroute, warnt aber vor Untiefen, festen Thunfischnetzen und Strömungen.
- Rückwärtsfahren. YACHT zitiert den Betreiber von orcas.pt, der vom Rückwärtsfahren abrät: Das Ruder sei dafür im Seegang nicht ausgelegt.
- Nachts segeln. YACHT empfiehlt, die Brennpunkte nicht nachts zu passieren, weil Rettung und Schleppen dann schwieriger sind.
- »Pinger«. orcas.pt behauptet, sie seien in Portugal und Spanien verboten und wirkungslos. Das ist seine Aussage; wir haben sie nicht überprüft, aber auch keine amtliche Quelle gefunden, die sie empfiehlt.
Wen Sie informieren. Die nächstgelegene Rettungsleitstelle (Salvamento Marítimo) über UKW-Kanal 16 oder die 112. Die GTOA nennt zusätzlich die Kanäle von Tarifa Traffic (10), Tanger (69) und Fisterra (16). Fotos der Tiere, wenn es sicher möglich ist, an orcas@sasemar.es. Gefragt sind: Schiffstyp, Länge, Farbe, Flagge und Kennzeichen, Datum, Uhrzeit und Position, Dauer, ob es Kontakt gab oder nur eine Sichtung, Schäden und Zahl der Orcas. In Portugal meldet man an die ICNF, die Nationale Seebehörde, die GTOA oder über das Formular des Portals des Hydrografischen Instituts.
Was eine Interaktion ist, wer diese Tiere sind und wie viele es noch gibt, lesen Sie in unserem Ratgeber Iberische Orcas in der Straße von Gibraltar.
Wenn Sie Gast sind: Kann man sie sehen?
Mit Vorsicht und ohne Versprechen.
- Niemand kann eine Sichtung garantieren. Es sind Wildtiere, und die Population ist klein. Misstrauen Sie jedem Angebot, das eine Erfolgsquote nennt.
- Es gibt rechtliche Grenzen. Die Freizeit-Walbeobachtung, mit oder ohne Gewinnabsicht, braucht eine vorherige Genehmigung (Orden APM/427/2017). Außerdem ist im kritischen Gebiet der Ensenada de Barbate, Conil und Banco Majuán die Beobachtung von Walen und Delfinen – kommerziell, privat oder wissenschaftlich – vom 1. März bis 31. August verboten.
- Abstände. Das Königliche Dekret 1727/2007 legt einen beweglichen Schutzraum von 500 m fest. Darin liegen eine Ausschlusszone von mindestens 60 m (Betreten, Baden und Tauchen verboten), eine Zone beschränkten Aufenthalts von 60 bis 300 m (höchstens zwei Boote, gesperrt bei Jungtieren) und eine Annäherungszone von 300 bis 500 m. Es heißt also nicht »500 m Abstand«, sondern: diese drei Zonen respektieren. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu den Regeln für die Delfinbeobachtung (auf Englisch).
- Vom Land aus. Wir haben keine amtliche Quelle gefunden, die verlässliche Sichtungen Iberischer Orcas von der Küste bestätigt; deshalb versprechen wir es nicht.
- Mit ihnen schwimmen ist weder erlaubt noch sicher. Wenn jemand es anbietet, Finger weg.
Wir segeln ab Sotogrande und Estepona und verkaufen keine Orca-Touren: Unser Angebot sind Delfintouren und Sonnenuntergangsfahrten. Zum Kennenlernen der Gegend: unser Sotogrande-Ratgeber.

Wenn Sie in Andalusien einen gestrandeten Wal oder Delfin finden
Sehen Sie an einem andalusischen Strand einen Delfin, einen Orca oder einen anderen Wal, lebend oder tot, wählen Sie die 112. Laut der andalusischen Regionalregierung (Junta de Andalucía) ist die 112 der Einstieg: Sie alarmiert das Notfallteam für die Meeresumwelt, das an 365 Tagen im Jahr im Einsatz ist; bei lebenden Tieren ist ein Tierarzt in weniger als zwei Stunden vor Ort, bei toten werden Daten für die Forschung erfasst. Die Junta veröffentlicht ein Handbuch zur Versorgung von Strandungen an der andalusischen Küste (auf Spanisch) mit dem vollständigen Ablauf: Lesen Sie es und folgen Sie den Anweisungen der 112, bis das Team eintrifft.
Was am häufigsten gefragt wird (und was wir wissen)
- Greifen sie Menschen an? Das MITECO beschreibt die Interaktionen als nicht aggressiv und mit Spiel oder Sozialverhalten verbunden. In den amtlichen Quellen, die wir gelesen haben, ist von Schäden an Menschen nicht die Rede; dokumentiert sind Schäden an Rudern und Booten.
- Ist es Rache? Das ist eine in Presse und Foren weit verbreitete Hypothese, aber sie ist nicht belegt: Wir haben keine amtliche Quelle gefunden, die sie stützt. Man sollte sie als das behandeln, was sie ist – eine Vermutung.
- Warum das Ruder? Niemand weiß es sicher. Das MITECO verweist auf Spiel oder Sozialverhalten; in Presse und Foren kursieren andere Erklärungen, keine ist gesichert.
- Soll man die Meerenge meiden? Es gibt kein Fahrverbot, nur Empfehlungen. Vernünftig ist, sich vor dem Auslaufen über die aktuelle Lage zu informieren.
- Wie viele gibt es? Zwischen 35 und 39, je nach Quelle und Jahr; die Zahlen stehen in unserem Hauptratgeber.
- Ist eine touristische Bootsfahrt sicher? Die amtlichen Empfehlungen, die wir gelesen haben, richten sich an Freizeitsegler. Zu organisierten Ausflügen fanden wir keine Daten und behaupten deshalb nichts; die Cruising Association erinnert jedenfalls daran, dass es keine Option ohne Risiko gibt.
Häufige Fragen
Gibt es eine Echtzeitkarte der Iberischen Orcas?
Nein. Es gibt Risikozonenkarten (MITECO), Interaktionsregister (GTOA), ein Ereignisportal der portugiesischen Marine und Gemeinschaftswerkzeuge wie orcas.pt. Alle hinken hinterher.
Wann ist eine Begegnung am wahrscheinlichsten?
Sie folgen dem Roten Thun: Golf von Cádiz und Meerenge im Frühjahr und Sommer, Wanderung nach Norden im Spätsommer und Herbst. Das MITECO bittet je nach Gebiet und Dokument um besondere Vorsicht von April bis August oder bis Oktober.
Sieht man Orcas von Sotogrande oder Estepona aus?
Wir haben keine amtlichen Sichtungsdaten für diese Küste gefunden und treffen deshalb keine Aussage.
Was tue ich, wenn sie mein Boot umringen?
Nicht stoppen, Richtung Küste fahren, Personen von der Reling fernhalten, keine Abschreckungsmittel einsetzen und über Kanal 16 oder die 112 Hilfe rufen. Das ist die amtliche Empfehlung; prüfen Sie die aktuelle Fassung.
Wie melde ich eine Sichtung?
An die Seenotrettung über UKW 16 oder die 112, Fotos an orcas@sasemar.es und, um der Forschung zu helfen, an die GTOA oder über das Formular des portugiesischen Portals.
Kann ich sie auf einer Tour sehen?
Nur bei zugelassenen Anbietern und ohne Garantie, und nicht im kritischen Gebiet von Barbate, Conil und Banco Majuán zwischen dem 1. März und dem 31. August.
Wie wir diesen Ratgeber erarbeitet haben
Wir haben die Seiten des MITECO, die Orden APM/427/2017 und das Königliche Dekret 1727/2007 im BOE, die Webseiten von GTOA/CEMMA, orcas.pt und des Hydrografischen Instituts, die Zusammenfassung der Studie von 2014 bei Cambridge Core sowie die Auswertungen der Cruising Association und von YACHT direkt gelesen. Um zu erfahren, was Segler fragen, haben wir Forenthreads auf Französisch und Englisch durchgesehen (Hisse et Oh und das Forum von Yachting Monthly); auf Spanisch, Portugiesisch, Deutsch und Niederländisch fanden wir keine brauchbaren Threads, deshalb sprechen wir in diesen Sprachen für keine Gemeinschaft. Ratschläge aus Gemeinschaften und Presse sind stets denen zugeordnet, die sie geben.
Quellen
- MITECO · Orca-Population der Straße von Gibraltar und des Golfs von Cádiz (Karten, Vorsichtszeiträume, Kontakte; auf Spanisch).
- MITECO und Verkehrsministerium · »Disminuyen en España las interacciones con orcas…« (01.04.2026) und Empfehlungen an Seeleute (14.05.2024) (auf Spanisch).
- BOE · Orden APM/427/2017 und Real Decreto 1727/2007 (auf Spanisch).
- GTOA/CEMMA · ¿Qué son las orcas?, Interaktionsregister und Empfehlungen (auf Spanisch).
- Esteban, R. et al. (2014) · »Identifying key habitat and seasonal patterns of a critically endangered population of killer whales«, J. Mar. Biol. Assoc. UK 94(6) (auf Englisch).
- Hydrografisches Institut (Portugal) · Orca-Ereignisportal und YACHT · »Keeping an eye on orcas« (auf Englisch).
- orcas.pt · Startseite, Do’s and Don’ts, Education, FAQ und Blog (auf Englisch); Bestimmungsposter zur Iberischen Orca.
- Cruising Association · Iberian Orca Interactions 2025: What have we learned? (auf Englisch).
- YACHT · »Iberische Küste: Orcas wieder aktiver« (2026) und »Orca attack near Sesimbra« (26.06.2025).
- Time Out Lisboa · Interview mit Francisco Marinho (06.10.2017) (auf Portugiesisch) und Essential Algarve · Orcas in Algarve waters (Nov. 2020) (auf Englisch).
- CIRCE · Startseite und Naturschutz (auf Spanisch).
- Junta de Andalucía · Atención de emergencias frente a varamientos de mamíferos y tortugas marinas und Manual de atención a varamientos en el litoral andaluz (PDF, auf Spanisch).
- Titelfoto: NOAA (Unsplash; Symbolbild, nicht von der iberischen Population). Schema: eigene Darstellung.
Zuletzt geprüft: 4. November 2026. Wir konnten nicht bestätigen, ob die Beschränkung der ICNF von 2023 für Touristenboote noch gilt. Karten und Empfehlungen werden aktualisiert: Prüfen Sie vor dem Auslaufen stets die aktuelle Fassung.











